Zum Inhalt springen

Migliederversammlung KOG SG 2026

Zeitenwende fordert auch die Schweiz

 St.Galler Offiziere bekräftigen Notwendigkeit, Ausbildung, Infrastruktur und Resilienz zu stärken

Rund 90 Offiziere und Gäste trafen sich am Mittwochabend zur Mitgliederversammlung der Kantonalen Offiziersgesellschaft St. Gallen im Würth Haus in Rorschach. Neben den statutarischen Geschäften stand vor allem die aktuelle sicherheitspolitische Lage Europas im Zentrum. Die Referenten betonten die wachsende Bedeutung einer glaubwürdigen Verteidigungsfähigkeit der Schweiz und riefen zu entschlossenem Handeln in Politik und Gesellschaft auf.

Das Hauptreferat an diesem Abend von Brigadier Christoph Roduner, Kommandant der Mechanisierten Brigade 11, stand unter dem Titel «Sicherheitspolitik an der Zeitenwende – Truppenversuch im Ausland».

Ein Blick auf die aktuelle Lage im Nahen Osten und auf die Sicherheitslage in Europa zeigt deutlich den Rückstand in der Schweizer Verteidigungsfähigkeit. Das Bild der globalen Lage 2026 ist insgesamt besorgniserregend. Die Machtpolitik der Grossmächte und die aktuellen Konfliktschauplätze beeinflussen auch die Schweiz stärker, als dies in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Aktivitäten im Informationsraum – etwa Desinformation oder Cyberoperationen – finden bereits täglich statt.

Der konkrete Blick von Brigadier Roduner auf eine 2025 in Österreich durchgeführte Verbandsübung zeigte zudem, dass bereits die Dislokation grosser Verbände eine Herausforderung darstellt. In der Schweiz fehlen heute teilweise die Transportkapazitäten für schwere Systeme wie Kampfpanzer. Solche Beispiele zeigen, dass die Verteidigungsfähigkeit nicht selbstverständlich ist – sie erfordert konsequente Investitionen in Ausrüstung, Infrastruktur und Logistik. Gleichzeitig unterstrich Brigadier Roduner klar den Mehrwert dieses Trainings auf dem 157 km2 grossen Übungsgelände zusammen mit dem Österreichischen Bundesheer und der Deuschen Bundeswehr und sprach auch die Resilienz der Soldaten an. Moderne Konflikte verlangen von der Truppe eine hohe physische und psychische Belastbarkeit – Fähigkeiten, die unter heutigen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen nicht mehr selbstverständlich sind.

Die diesjährige Mitgliederversammlung machte deutlich, dass Ausbildung, Infrastruktur und die Resilienz der Truppe konsequent gestärkt werden müssen, um den Herausforderungen der Zeitenwende gerecht zu werden. Angesichts der veränderten geopolitischen Lage muss die Verteidigungsfähigkeit kontinuierlich weiterentwickelt werden. Gleichzeitig ist es wichtig, der Bevölkerung die Notwendigkeit der dafür erforderlichen Finanzierung verständlich zu machen.