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Parlamentariertreffen 2021


Die Offiziersgesellschaft des Kantons St. Gallen (KOG SG) konnte das traditionelle Parlamentariertreffen nach einjährigem Unterbruch am 27. Oktober 2021 in der Kirche St. Katharinen in St. Gallen durchführen. Die KOG SG entschied sich ganz bewusst für ein auf den ersten Blick nicht direkt militärisches Thema. Das Treffen stand nämlich unter dem Titel «Bedrohung Klimawandel». Die Aussagen der Hauptreferentin Dr. Angela Michiko Hama, Geschäftsleiterin des National Centre for Climate Services (NCCS), wurden im Rahmen einer Podiumsdiskussion vertieft. 


Die Präsidentin der KOG SG, Oberstlt Elisabeth Stadelmann-Meier, freute sich sehr, eine stattliche Anzahl von Parlamentarierinnen und Parlamentariern sowie Gästen in St. Gallen begrüssen zu dürfen. Nach Grussbotschaften der Kantonsratspräsidentin, Claudia Martin, und von Regierungsrat Fredy Fässler hielt Dr. Angela Michiko Hama ihr Input-Referat, welches die Basis für die Podiumsdiskussion mit ihr selbst, Divisionär Willy Brülisauer und David Jud bildete. 


Die Kantonsratspräsidentin Claudia Martin lobte die KOG SG insbesondere für den Mut bei der Themenwahl. Zudem wies sie auf die Schnittstellenfunktion der Armee bei der Bewältigung der Auswirkungen von Naturereignissen hin. Letztlich sei die Armee die einzige strategische Sicherheitsreserve in der Schweiz. Auch Regierungsrat Fredy Fässler freute sich über die Themenwahl der KOG SG. Er plädierte dafür, die zeitliche Dringlichkeit von Massnahmen zur Linderung des Klimawandels anzuerkennen. Ferner sei es zwingend, dass man - militärisch gesprochen - in die nächste Geländekammer schaue, um rechtzeitig die nötigen Massnahmen einleiten zu können. 


Die Hauptreferentin des Abends, Dr. Angela Michiko Hama, schliesslich stellte nach einer kurzen Präsentation des NCCS den Begriff der Klimadienstleistungen als Basis für die Beurteilung von Massnahmen zum Klimaschutz ins Zentrum. Ein weiteres Schwergewicht ihrer Ausführungen lag auf den neuen Klimaszenarien CH2018, welche sich mit der Frage «Was wäre wenn?» befassen. Es sei absehbar, dass künftig trockenere Sommer zu erwarten seien, was extreme Wetterphänomene zur Normalität werden lasse. Zudem müsse übers Jahr mit heftigeren Niederschlägen gerechnet werden. Schliesslich sei klar, dass die Nullgradgrenze ansteige. Innert gut 100 Jahren sei ein Anstieg dieser Grenze von Zürich nach Einsiedeln zu erwarten. Für sie sei wichtig, dass erkannt werde, dass ein ernstgemeinter Klimaschutz den grossen Unterschied ausmachen und einen Game Changer darstellen könne. In der Zukunft werde zudem die Art der Kommunikation mit der Bevölkerung eine entscheidende Rolle spielen. Zu diesem Zweck arbeite das NCCS mit vier Rollenbildern unterschiedlicher Generationen und ihrer ganz persönlichen Betroffenheit von den Auswirkungen des Klimawandels. Unabhängig davon befasse sich ihre Stelle schon heute mit der Frage der Anpassung an die Folgen des Klimawandels. So sei im Rahmen einer Pilotstudie mit Schutz & Rettung Zürich geprüft worden, welchen Einfluss der Klimawandel auf den Bevölkerungsschutz und sein Aufgabenspektrum haben könnte. Daran könnte die Schweizer Armee zweifelsohne anknüpfen. 


Die anschliessende Podiumsdiskussion wurde von Hanspeter Trütsch, ehemaliger Bundeshausredaktor SRF, moderiert. Teilnehmer waren neben der Hauptreferentin der militärische Chef in der Ostschweiz, Divisionär Willy Brülisauer, sowie David Jud, seines Zeichens Geschäftsleitungsmitglied der auf die Bewältigung von Naturgefahren spezialisierten Meier und Partner AG. 


Abgerundet wurde die Veranstaltung durch einen Apéro Riche, bei welchem sich die Parlamentarierinnen und Parlamentarier mit den militärischen Kompetenzträgern vernetzen konnten.